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Günstigere und effizientere Leistungen in Grünpflege und Winterdienst

9. Oktober 2017

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Apeldoorn, Oktober 2017 – Das niederländische Apeldoorn in der Provinz Gelderland gilt als „grüne Stadt“. Entsprechend viele kommunale Grünflächen sind in der 160.000 Einwohner starken Stadt zu pflegen. Um die Kosten in der Grünpflege, dem Winterdienst und bei der Hundekotbeseitigung zu reduzieren, hat die Gemeinde umgestellt: von Outsourcing auf Eigenleistung. Daher wurden multifunktionale Geräteträger benötigt, deren ganzjährige Einsetzbarkeit im Vergleich zu Spezialmaschinen eine gute Auslastung garantiert und schon mit nur wenigen Fahrzeugen eine Vielzahl an Aufgaben zu bewerkstelligen ist. Nach einer europaweiten Ausschreibung entschied man sich für vier Geräteträger des Typs C 250 von Holder, die nun bereits zwei Jahre erfolgreich im Einsatz sind.

Der B-Standard muss eingehalten werden

In den Niederlanden ist der Standard des öffentlichen Straßen- und Grünflächenunterhalts nach Bildreferenzen in vier Kategorien eingeteilt: von A, dem höchsten Standard, bis zu D, der eher einfachen Pflege mit minimalen Anforderungen. Jede Kommune muss für sich entscheiden: Ist ein qualitativ hochwertiges Stadtbild erforderlich oder weniger Pflege in der Grünpflege verantwortbar? Der Apeldoorner Gemeinderat hat sich vor rund 10 Jahren entschieden, eine Bildqualität der Norm B zu verwenden. „Die Politik bestimmt, was zu machen ist“, betont Wilbrand Oonk, Technischer Support Unit Leader der Gemeinde Apeldoorn. „Zwischen der Norm A und B gibt es einen deutlichen Unterschied bezüglich des finanziellen Aufwands. Und das, was wir leisten können, hängt nun mal maßgeblich davon ab, mit wie viel Geld wir rechnen können.“ Keine ganz einfache Ausgangssituation, denn die Gemeinde hat mit B einen anspruchsvollen Standard gewählt, gleichzeitig sind die Kosten möglichst gering zu halten. Daher wurde die Beauftragung externer Vertragspartner erheblich zurückgefahren und die Kommune übernimmt Grünpflege, Winterdienst sowie die Hundekotbeseitigung nun in Eigenleistung.

Multifunktion zur Kostenreduzierung

Mehr Dienstleistung durch die Gemeinde selbst, das ist in den Niederlanden allerdings kein genereller Trend. „In Apeldoorn haben wir einfach spezielle Voraussetzungen. Wir haben 400 Mitarbeiter, außerdem ein großes Gebäude. Da kann man die Dienstleistung besser selbst machen, mit eigenen Maschinen“, so Wilbrand Oonk. Entsprechend beeindruckend ist der Apeldoorner Maschinenpark im Wert von 10 Mio. Euro: 150 Pkw und Busse, 2 Lkw, 4 Traktoren, 3 Kleintraktoren sowie zahlreiche Rasenmäher. Jede Investition der vergangenen Jahre wurde unter dem Gesichtspunkt der Multifunktionalität getätigt. Für jede Anwendung ein Spezialgerät einzusetzen, das war auf Dauer zu unflexibel und vor allem schlichtweg zu teuer. „Bei den neuen Fahrzeugen waren uns die multifunktionalen Aspekte besonders wichtig, denn es ist preislich deutlich günstiger“, betont Oonk. Ein einziges Fahrzeug sollte im gesamten Jahr nun unterschiedlichste Funktionen erfüllen können, ohne dabei bei Qualität, Geschwindigkeit oder Effizienz hinter den Spezialgeräten zurückzustehen.

„Bei Ausschreibungen ist die Beschreibung der Details essentiell“

Nach Umfragen unter Fahrern und Mechanikern wurde ein Anforderungsprofil erstellt und europaweit öffentlich ausgeschrieben. Zuverlässig und wendig sollten die neuen Multifunktions-Geräteträger sein, kompakt und stark sowie flexibel in den Auf- und Anbauten. Zudem sollten sie als Ganztagesarbeitsplatz ausgelegt sein, also den Fahrern Sicherheit und eine komfortable Kabine, mit beispielsweise Klimaanlage oder Gesundheitssitzen, bieten. Neben Mähen und Mulchen sollten auch Spezialanwendungen wie das Schneiden von Rasenkanten und das Absaugen von Hundekot durchgeführt werden können. Der Winterdienst mit Kehren und Streuen sollte sichergestellt sein und dabei gleichzeitig die neueste Anbautechnik zum Einsatz kommen (Streuer mit GPS-Funktion, automatische Streckenführung und Einstellung der Streuparameter, Dokumentation der erbrachten Winterdienst-Leistung). „Bei Ausschreibungen ist die Beschreibung der Details essentiell. Wir haben alle Anforderungen und die benötigten Anwendungen genauestens beschrieben“, so Oonk. Doch nur wenige Hersteller bieten weltweit Maschinen an, die diese Anforderungen für Gemeinden, Dienstleister oder Lohnunternehmer erfüllen können. „Es haben sich zwei Anbieter beworben, und Holder ist es dann geworden.“

Speziell auf den Einsatz in Gemeinden abgestimmtes System

Die Gemeinde Apeldoorn überzeugte letztlich nicht nur die passende Technik allein, sondern das insgesamt stimmige, speziell auf den Einsatz in Gemeinden abgestimmte System inkl. Beratung, zuverlässiger Wartung, Reparaturleistungen sowie Ersatzteilverfügbarkeit von Holder. Für Apeldoorn sind die Firma Bruntink als regionaler Fachhändler sowie der Importeur Mechan Cultuurtechniek stets ein kompetenter und zuverlässiger Ansprechpartner. In der genau auf Apeldoorn zugeschnittenen Entwicklung einzelner Anwendungen lief die Zusammenarbeit dann auch höchst konstruktiv ab. Angeregt durch Fahrer aus Apeldoorn wurden beispielsweise dunklere Fahrzeugscheiben in die Geräteträger eingesetzt. „Im Sommer kann so Treibstoff für die Klimaanlage eingespart werden“, erklärt Wilbrand Oonk. „Weniger Klimaanlage, weniger Treibstoff – die Tönung spart gemäß unserer Rechnungen 7 bis 8 Liter Treibstoff pro Tag.“ Man hätte lediglich die gesetzlichen Bestimmungen beachten müssen, denn der Blickkontakt zwischen Fahrer und Verkehrsteilnehmer müsse stets gewährleistet sein. Das Gerät zur Hundekotbeseitigung, das ebenfalls an den Holder-Geräteträger angebaut wird, ist sogar von der Gemeinde selbst gebaut worden. „Die Hundehalter zahlen Hundesteuer, dafür haben wir die Hinterlassenschaften aufzuräumen. Zweimal pro Woche“, so Oonk. Mit einem Sauger wird der Hundekot in den Container befördert. Das Gerät läuft nun mehrere tausend Stunden pro Jahr.  

Sichel- statt Spindelmäher

In Apeldoorn sind viele Sportflächen, Park- und Grünanlagen zu mähen. Das über den B-Standard definierte Stadtbild gibt hierbei die Anforderungen an die Kommunaltechnik vor. Während früher noch Spindelmäher für hochwertigste Ergebnisse eingesetzt wurden, wird die Rasenpflege nun mit an Holder-Geräteträgern angebauten Sichelmähern vorgenommen. Die Mäh-Frequenz konnte so etwas verringert werden. Wie in den Niederlanden üblich wird ausschließlich gemulcht. Dabei wird das Mähgut nicht abtransportiert, sondern auf dem Rasen liegen gelassen, was wiederum im Vergleich zur Absaugung etliche Arbeitsstunden einspart. Die Rasenkanten werden mit einer speziell für Apeldoorn gebauten und speziell für den Holder-Geräteträger konzipierten Anwendung abgeschnitten, das Wildkraut wird weggebürstet und weggeblasen. Für den Einsatz im Herbst verfügt der Holder über einen Laubbläser, der über viele Stunden täglich eingesetzt wird.

Schnelles Reagieren im Winter

Im Zeitraum von Oktober bis April muss stets ein Fahrzeug für den sofortigen Einsatz im Winterdienst bereitstehen. Seit Apeldoorn auf Multifunktion umgestellt hat, kann schnell auf neue Anforderungen reagiert werden. Ein Mähdeck wurde durch eine Bürste ersetzt, ein Schneepflug und ein Rollbesen angeschafft. Das Streusalz wird nun mit einem speziellen 800-Liter-Anhänger transportiert, die Zuladung ist so größer und die mögliche Einsatzzeit hat sich verdoppelt. Insgesamt ist der Winterdienst größtmöglich automatisiert und computer- wie GPS-gesteuert. Der Rechner im Geräteträger gibt den Weg mittels Navigationssystem vor, Streubreite und -menge werden automatisch angepasst. So wird bei Bushaltestellen beispielsweise automatisch eine breitere Streuung eingestellt. Die gefahrene Wegstrecke wird stets automatisch dokumentiert.

Die Zukunft der Kommunaltechnik?

„In Apeldoorn ist man den Entwicklungen stets einige Jahre voraus“, fasst Wilbrand Oonk nicht ganz ohne Stolz die aktuelle Lage in seiner Gemeinde zusammen. Die Umstellung auf multifunktionale, flexible Fahrzeuge ist gelungen: Die Arbeiten können wie gewünscht erledigt werden, die Fahrer fühlen sich auf den neuen Maschinen wohl, und die Kosten konnten gesenkt werden. Für die Zukunft fühlt man sich gut gerüstet, zumal weitere Leistungen flexibel hinzugenommen werden können. So könnten mit weiteren Anbaugeräten eines Tages auch das Randstreifenmähen, die chemiefreie Unkrautbekämpfung oder die Straßenreinigung in Eigenleistung übernommen werden. „Bei allen Einkäufen von Technik ist der Umweltschutz ein zentraler Punkt“, ergänzt Oonk. Es seien bereits zahlreiche elektrische Fahrzeuge im Einsatz, die wegen ihrer geringen Lautstärke gut bei den Mitarbeitern ankämen. Nur Traktoren würden – noch – nicht mit Elektromotoren funktionieren. „Ich denke, es wird in der Zukunft zum Hybrid gehen“, vermutet Oonk. Seien die Fahrzeuge nicht mehr ganz so kostspielig, würden sie sie in Apeldoorn auf jeden Fall einsetzen wollen.

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